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Nach dem Ende des 2. Weltkrieges waren – aus nachvollziehbaren  Gründen – die Begriffe „Partei“ und „Parteizugehörigkeit“ für viele Menschen negativ belegt. Die französische Besatzungsmacht nahm massiven Einfluss auf das gesamte politische Geschehen. Vom Aufbau von Parteien und an kommunalpolitischer Tätigkeit waren insbesondere diejenigen ausgeschlossen, die als politisch belastet galten. Dies traf erwartungsgemäß ehemalige Mitglieder der NSDAP und ihrer Vielzahl von Organisationen, aber auch solche, die der Sympathie für die Nazis als verdächtig galten.
Die ersten Gemeinderatswahlen von 1946 und 1948 sind demnach als völlig freie Wahlen im heutigen Sinne nicht anzusehen, weil etliche Bürger vom aktiven und passiven Wahlrecht ausgeschlossen waren. Dies machte sich auch spürbar an der Wahlbeteiligung bemerkbar.
Eine Wende brachten aufgrund neuer Wahlgesetze die für den 15. November 1953 ausgeschriebenen Kommunalwahlen.
Schon im Frühjahr und im Sommer des Jahres 1953 trafen sich allerorts in der Regel ausschließlich Männer, um sich politisch zu betätigen, ohne in eine Partei im klassischen Sinne einzutreten. Von Parteipolitisierung wollte man aufgrund der schmerzlichen Erfahrungen nichts mehr wissen. Vielmehr war man der Auffassung - und dies gilt gerade im ländlichen Raum auch heute noch – dass eine möglichst parteifreie Zusammensetzung der kommunalen Wahlkörper einen sachpolitisch definierten ideellen Gesamtwillen der Gemeindebürgerschaft am besten Ausdruck gäbe oder anders gesagt: Die Rathäuser sollten nicht alleine der Parteipolitik überlassen werden. Sobald Gemeindebürger befragt werden, sprechen sie sich – und neuerdings vermehrt – mehrheitlich für eine kommunalpolitische Praxis aus, die Konsens geleitet ist, ideologiefreie Lösungen sucht und nicht durch Parteistreitigkeiten polarisiert wird.
Von diesen Gedanken haben sich mutmaßlich auch diejenigen Männer leiten lassen, die sich nach vorhergegangenen Informationsgesprächen zur Gründung der Freien Wählervereinigung Hausen im Wiesental trafen.
Am 06. Juni 1953, um 20.00 Uhr kamen im altehrwürdigen
„Adlersaal“ in Hausen zehn Männer aus dem Dorf zusammen, um ihren Plan, eine Freie Wählervereinigung zu gründen, in dieTat umzusetzen.
Zum ersten Vorsitzenden wurde der Fabrikarbeiter Fritz Greiner gewählt.
Man gab sich eine Satzung, die in den §§ 4 – 6 den Vereinszweck beschrieb.
Danach ist die FWV bestrebt, alle Männer und Frauen für das „politische Leben“  zu aktivieren. Sie – die FWV- wendet sich deshalb an alle Bevölkerungsschichten „ zur Wahrung und Pflege der politischen Rechte und Pflichten“. Sie bekennt sich ausdrücklich zur demokratischen Gesellschaftsordnung und die im Grundgesetz verankerten Rechte des Einzelnen. Zudem anerkennt und fordert die FWV in dieser Satzung den „ Frieden“. In § 6 stellt die Vereinigung klar, dass sie für die Gemeinderatswahlen eigene Listen aufstellen wird, wobei jeder Gewählte nur seinem Gewissen verantwortlich ist. Dieses Prinzip, keinen Fraktionszwang zu installieren, gilt im übrigen heute noch als ein Grundpfeiler der Freien Wähler.
Fritz Greiner, Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender 1953-56
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